Nein ich singe keine Weihnachtslieder. Zugegeben sind die populistischen Scheißhausparolen des Vorzeigepolemikers Rainer Wendt auch wenig christlich, geschweige denn weihnachtlich. Allseits bekannt ist der Herr von der deutschen Polizeigewerkschaft (kurz DPolG) mit seinen unverkennbar marktschreierischen Fähigkeiten die eigentlich nur populistische Stimmungsmache sind. So kurz vor der Weihnachtszeit meldet sich der, von allen Ultras und Auswärtsfahrern so ‚beliebte‘ Polizeihauptkommissar und Gewerkschaftsboss im deutschen Fernsehen zu Wort.

Mir liegt es fern jemanden seine Meinung zu verbieten, denn letztendlich vertrete ich ja mit diesem Blog eben auch meine Meinung. Auch immer dann wenn sie dem einem oder anderem Leser nicht gefällt. Herr Wendt selber aber vertritt ja nicht nur eine Meinung, sondern er macht gezielt Stimmung und produziert Zerrbilder der deutschen Fußballfanszene. Just wurde er vom ZDF zur Mitmachsendung ‚Log in‘ eingeladen, um dort als Vertreter der Polizei sich an der Diskussion zum Thema Fangewalt zu beteiligen. Soweit so gut…

Ich hab mir wirklich die Mühe gemacht einige Zitate Wortgenau aus der Sendung zu notieren. Bei dem einen oder anderen Zitat kräuselten sich mir die Nackenhaare. Wie kann man nur so viel reden ohne irgendwas Sinnvolles gesagt zu haben? Naja, der Herr Wendt, das wissen wir alle, kann das wunderbar. Wenn es eine Auszeichnung dafür geben würde, er hätte die ganze Vitrine voll mit Orden.

Das alles schlecht geredet wird liegt am unnötigen Populismus

Während der Sendung liefen immer wieder Kommentare der Fernsehzuschauer durchs Bild. Ein Zuschauer schrieb dass er seinen 10-jährigen Sohn vor 20 Jahren nicht mit ins Stadion genommen hätte. Heute hingegen hätte er damit keine Probleme mehr. Das alles schlecht geredet wird liegt seiner Meinung nach am unnötigen Populismus.

Wir als Hamburger sollten die Arbeit der Polizei ja am besten bewerten können. Rainer Wendt ist sich ganz sicher bei der Bewertung der Polizeiarbeit: »…die Hamburger Polizei kenne ich als vernünftig einschreitende und sehr professionelle Polizei. Da werden sie auch nichts anderes von mir hören.«

Jawohl, die Polizisten in Hamburg sind alles Engel. Und der Teufel hat auch Flügel oder so ähnlich. Aber so am meisten platzte mir die Hutschnur als Herr Wendt bereits zuvor versuchte die Polizisten zu schützen: »Also ich finde großartige tolle Stimmung im Stadion klasse. Ich bin auch gerne dabei, ich bin auch immer wieder beeindruckt. Aber da wo Rechtsbruch begangen wird, wo meine Kolleginnen und Kollegen angegriffen und verletzt werden, da ist für mich Schluss mit lustig. Da ist auch Ende der Toleranz, da gibt es überhaupt keine Toleranz mehr.«

Pfefferspray ist ein wirksames polizeiliches Instrument

Genau, und wenn dann die Fans von seinen Kolleginnen und Kollegen im Stadion angegriffen werden, mit Pfefferspray und Schlagstöcken traktiert werden, und diese Kolleginnen und Kollegen sich so auf die Fans stürzen das diese beinahe vom Oberrang fallen, dann soll man Toleranz für das Vorgehen der Beamten haben? Und besonders dann wenn die Verdachtsfälle sich nicht mal erhärten oder gar bestätigen sollen wir alle Glücklich sein? Das was im Niedersachsenstadion abgezogen wurde war weder angemessen geschweige denn tolerierbar! Wenn die Kolleginnen und Kollegen auf ‚Ich hab gehört das jemand gesagt das er jemanden kennt der weiß das die da Pyrotechnik verstecken‘ abgehen wie ein Zäpfchen ist das eine Sache. Aber wenn sie wahllos prügelnd und Pfefferspray um sich sprühend einen Rechtsbruch begehen und dabei Kinder, Frauen und überhaupt Fans verletzen, ist für mich Schluss mit Lustig. Da ist auch Ende der Toleranz, da gibt es überhaupt keine Toleranz mehr!

Was wäre wohl passiert wenn dieser Fan noch weiter über die Brüstung gedrägt worden wäre?

Aber für Herrn Wendt ist Pfefferspray »…ein wirksames polizeiliches Instrument«, das geeignet ist den ‚Randalierer‘ auf Distanz zu halten. Nur das im Stadion gar keine Möglichkeiten bestehen auf Distanz zu den ach so armen Polizeibeamten zu gehen. Allenfalls nur dann wenn sich die Fans auf engstem Raum zusammenpferchen, was auf Kosten der Gesundheit der Fans die bei solchen Aktionen eventuell zu Boden getreten werden erreicht werden kann. Alles in der einsetzenden Panik davor sie könnten von Pfefferspray nicht unerhebliche Verletzungen davon tragen.

Damit wollen wir unsere Beamten schützen

Noch lange nicht genug der polemischen Scheiße von diesem feinen Herrn. Auf eine Frage der Fansite ‚schwatzgelb.de‘ ob Herr Wendt es korrekt finden würde, dass sich freie Bürger der BRD abfilmen, fotografieren und personalisieren lassen müssen, während er gleichzeitigt verlangt, dass man Polizisten nicht mal anhand einer Identifikationsnummer identifizieren kann, säuselte er unbedacht daher: »Das wir gegen die Kennzeichnungspflicht für Polizisten sind ist richtig. Damit wollen wir unsere Beamten schützen. Das wird man uns auch nachsehen, dass wir als Deutsche Polizeigewerkschaft für den Schutz der Einsatzkräfte einsetzen.«

Aha, der Herr Rainer Wendt möchte dass die Beamten geschützt werden. Warum sind sie denn nicht mehr geschützt wenn sie eine Nummer auf dem Panzer haben, mit der jeder Beamte im Falle einer Anzeige identifizierbar ist? Oder dachte er das gefordert wird dass die Beamten neben der Nummer auch noch die ganze Wohnanschrift auf dem Panzer anbringen müssen? NEIN! Es geht bei dieser Nummer die einen Beamten identifizieren kann nur darum das man eben im Falle einer Anzeige diesen jenen Beamten identifizieren kann. Bisher muss man ja Anzeige gegen Unbekannt machen, weil die Schildkröten bei Fußballspielen und Demos immer gleich aussehen.

De facto kann ein verweigern einer Identifikationsnummer nur vor einer Strafverfolgung gegen einzelne Beamten schützen. Ein Schelm wer dabei böses denkt. Aber man sollte sich mal den §258 StGB bzw. §258a StGB zu Gemüte führen.

Jeder einzelne Beamte muss sich für sein dienstliches Handeln rechtfertigen.

Aber wenn es nach Herrn Wendt geht, dann machen die Beamten eh alles richtig. Und wenn nicht werden sie halt bestraft: »Im übrigen sind polizeiliche Maßnahmen und zwar von Flensburg bis Passau und überall in Deutschland immer Verwaltungsgerichtlich und auch Strafgerichtlich nachprüfbar. Daran haben wir ein großes Interesse, dass die Kolleginnen und Kollegen korrekt einschreiten. Und davon gehe ich auch aus.«

Und weil er sich besonders Sicher ist mit dieser Aussage sagte er später noch mal: » Eins kann ich ihnen garantieren: Jeder einzelne Beamte muss sich für sein dienstliches Handeln rechtfertigen. Jawohl genau so ist das!«

Nein so ist es eben nicht. Allzu oft haben wir Fußballfans erfahren dass der Rechtsstaat bei der Strafverfolgung von Polizeibeamten meist aufhört. Beamte machen immer wieder Fehler und das ist auch nicht verwunderlich. Nach wie vor steckt im jedem  Panzer ein Mensch. Menschen sind nicht perfekt und machen Fehler. Aber bei den Fällen in denen Polizeigewalt ans Tageslicht kommt hört und liest man NIE, wirklich NIEMALS, das es auch nur den Hauch von Konsequenzen für die Beamten hat. Diese dreiste Lüge ist ein Faustschlag ins Gesicht derer, die durch Fehlverhalten der Polizei ihr Leben lang beeinträchtigt sind.

Wann wird wohl der erste Fußballfan erschossen?

Es ist nur eine Frage der Zeit wann der erste Beamte einen einfachen Fan erschießt. Zu Schusswaffengebrauch ist es ja bereits in Frankfurt gekommen. Aber auch das versucht der Herr Gewerkschaftsvorsitzende mit einem pawloschen Beissreflex zu verteidigen. So meinte der Herr Wendt das wenn ein Beamter »…in die Luft geschossen hat, dann wird das in höchster Not gewesen sein.«

Das wird wohl eine Auslegungssache sein. Vor kurzem hat ein junger Polizeibeamter in Cuxhaven einen Obdachlosen erschossen. Angeblich sei er mit Leib und Leben bedroht gewesen. Dabei stellt sich die Frage warum man in den Oberkörper schießen muss statt in Bein oder den Arm zu schießen. Wann wird wohl der erste Fußballfan erschossen, weil er mit Unterarmstützen auf einen Beamten zugeht um ihn etwas zu fragen?

Aber wie sehr sich der Herr Wendt wirklich mit dem Thema der Konfrontation zwischen Polizei und Fans beschäftigt zeigte er sehr offensichtlich. Er hat keine Ahnung von dem was er da sagt. Denn auf die Frage warum Fans nach Stundenlangen Zugfahrten keine Toilette aufsuchen, geschweige denn Speisen und Getränke kaufen dürfen sagte der Mann lapidar: » Ich kenne den Sachverhalt nicht und kann dazu nichts sagen!«

Vielleicht sollte er mal selber eine Tour mit den Fans machen, damit er sieht das Fans keine randalierende Horden sind. Und damit er mal sieht das Fans schlimmer wie Schlachtvieh behandelt werden. Wenn Schlachtvieh auf dem Transport nicht ausreichend Futter oder Wasser gereicht wird, wird der Transportfahrer dafür bestraft. Die Beamten dürfen uns aber Nahrung und Getränke verweigern. Und das ist dann auch alles rechtmäßig. Irgendwie kann man das nicht so recht glauben, aber so werden wir behandelt.

Ein Fazit mit schrecken

Zu guter Letzt will ich euch nicht vorenthalten was der Herr Wendt über Fanbeauftragte denkt: »Die arbeiten sehr gut und leisten MEISTENS sehr wertvolle Arbeit. Aber manche Kritik an den Polizeieinsätzen steht ihnen einfach nicht zu.«

Daraus ergibt sich dann folgendes Fazit:

Die Deutsche Polizeigewerkschaft wehrt sich vehement gegen eindeutige Kennzeichnungspflicht der Beamten, sodass diese nicht im Falle einer Straftat ermittelt werden können. Die Beamten machen alles richtig, sind professionell und schreiten immer vernünftig ein. Dies kann der Mann so sagen, auch wenn er sich nicht mal ansatzweise ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Und das ganze haben wir als gegeben hinzunehmen und gefälligst die Fresse zu halten. Denn Kritik an den Polizeieinsätzen stehe uns als Bürger ja nicht zu.

Der Link zur Sendung: ZDF log in

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Alle Jahre wieder... - Der unverbesserliche Populist Rainer Wendt, 4.0 out of 5 based on 3 ratings
Von: Johannes Bade
Schlagwörter: ,

Ein Kommentar zu Alle Jahre wieder… – Der unverbesserliche Populist Rainer Wendt

  1. [...] hsv-Fan hat sich ein paar Aussagen vom Chefdemagogen und Verfassungsfeind Rainer Wendt vorgenommen und sie kommentiert. Er hat damit seinen eigenen Artikel aufgegriffen. Ich kannte den Blog bisher nicht und finde [...]

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