Aufbaugegner Nord gegen Polizeistaat Brähm

Erstaunlich meine Befürchtungen bewahrheiteten sich wieder. Wir sind wieder der ideale Aufbaugegner für Delmenhorst Ost, dank unserer desolaten Abwehr schaffen wir es nicht auch nur mal ein Spiel richtig gut das Tor zu verteidigen. Später mehr zum Spiel, da die Umstände im Dorf mit Straßenbahn wieder auf ein Neues untragbar waren.

Die Ankunft

In Brähmen angekommen, war man wirklich überrascht. Man sah nur wenige von Team Green auf dem Bahnsteig. Die Treppe in die Bahnhofshalle runter war noch erstaunlicher, denn es schien wirklich so, dass die Jungs von Team Green nicht in jedem Ladeneingang standen. War auch nicht nötig, denn es wurden kurzerhand eine ganze abgesperrt e Gasse bis zum Bus organisiert. Getränke und Essen kaufen waren unmöglich.  Dafür konnte man dann auf dem Bahnhofsvorplatz die Dixi-Toiletten benutzen. Die Beamten hatten aber dennoch gleich von Beginn an die Helme auf dem Schädel, reagierten aber sehr besonnen und waren angenehm höflich.

Im Bus ging es dann flott zum Osterdeich, da wir dank Staatseskorte jede rote Ampel mitgenommen haben. Am Osterdeich stellten wir dann erfreut fest, das sich das jahrelange in die Weser pissen endlich bezahlt gemacht hat, da die Stinkeweser über die Ufer trat.

Endlich hat sich das jahrelange in die Weser pissen gelohnt!

Da es keinen richtigen Mob gab, liefen alle einfach so zum Stadion. Abgesehen von der Ankunft am Deich und beim Stadion, war von Team Green wenig bis gar nichts zu sehen. Dann tauchte etwas  auf, was eher aussah wie ein Saturn Elektromarkt. Aber es war tatsächlich das Stinkeweserstadion, was man dort sehen konnte. Fanzone gab es tatsächlich nicht, denn es gab keinen Hero der uns bewirten wollte.

Zugang zum Stadion

Dann mal rein in das Kaufhaus, ähm Stadion! Gleich am Anfang, penible Taschenkontrolle bei Aufkleber und Feuerzeuge kurzerhand abgenommen wurde was mit »Das ist halt so« begründet wurde. Okay ihr Lackaffen, das nächste Mal pack ich mir die Aufkleber in die Unterhose! Gefrustet das man gerade die letzten Aufkleber dieser Art beim Ordner abgeben musste, zog man ins Stadion, wo die Ausschilderung nach Fertigstellung der Tribüne immer noch dürftig war. An der Treppe stand dran zu welchen Blöcken die führte. Auf einer Zwischenebene in dem grauen hässlichen Ding musste man nun raten ob man höher musste oder nicht. Beschilderung Fehlanzeige.

Kaufhaus oder Stadion? Von aussen eher Kaufhaus!

Letztendlich haben wir dann doch den Blockeingang gefunden, konnten uns aber dann frei im gesamten Stehplatzbereich einen guten Platz suchen. Erstaunlich das seit dem letzten Besuchs des Kacktempels nicht viel an der Osttribüne passiert ist. Lagen doch etliche Monate zwischen den Spielen. So gab es keine Videowand auf der man die Spielzeit sehen kann. Besonders nervig war aber die Musik zu jeder Ecke. Echt Penetrant diese Werbung.

Videowand ist überbewertet!

Blocksperre und die Folgen

Nach dem Spiel war ja eine 20-Minütige Blocksperre angekündigt. Aber als nach 10 Minuten der gesamte Stehplatzbereich der Osttribüne gefüllt war, hab ich gleich gesagt dass die Blocksperre mindesten doppelt so lang sein wird. Soviel zu den Versprechen das jeder den Zug bekommt um noch den Anschlusszug nach Kiel oder anderswo bekommt.

Das Team Green bewies ein weiteres Mal deutlich, dass ihnen die Intelligenz fehlt. Sie stellten sich direkt unten an die sehr schmale Treppe des Ausgangs. Schon im Block standen die Fans dicht an dicht auf der Treppe zum Ausgang. Was passiert wenn sich Menschen in einer dicht gedrängten Menschenmenge unwohl fühlen, kennen wir noch sehr genau durch die Bilder von der Loveparade aus Duisburg. Der Mensch ist nicht anders gestrickt als ein Tier, das in vermeintlichen Gefahrensituationen zum  Egoisten wird zum Selbsterhalt. Die Masse vor der schmalen Ausgangstreppe wurde von Minute zu Minute dichter. Es lastet ein ungemeiner Druck auf die Menschen die ganz an der Front und am Rand stehen, durch immer nachströmende Menschenmassen.

Die Fans die direkt den behelmten Beamten gegenüber standen, bekamen laut Augenzeugenberichten mit Knüppeln auf die Knie und Köpfe. Dabei unterschieden die Beamten nicht ob jung, alt, weiblich oder männlich. Es wurde geknüppelt und das auf Teufel komm raus.

Durch den massiven Druck der Menschenmassen aus dem Block und dem von Team Green erzeugten Gegendruck stolperten und fielen Fans auf der Treppe. Bei dem Gedränge gab es einige Verletzte. Einer musste sogar von Rettungskräften reanimiert werden.

Da stellt sich die Frage, warum man eine Blocksperre so bekloppt planen muss. Unten am Stadioneingang hätte man doch einfach die Tore zu lassen können, die Masse von Fans hätte sich verteilt und es wäre kein Druck aufgekommen.

Zum Spiel

Der HSV begann recht gut, bis aus dem Nichts die Heimmannschaft das 1:0 erzielte. Danach gelang unsere Mannschaft nicht mehr viel. Erneut war die Abwehr ein Hühnerhaufen und es passierte was passieren musste. Das 2:0 war nur die Folge der schlechten Abwehrbemühungen. Erst in der zweiten Halbzeit gelang es unserer Mannschaft wieder offensiv gut zu arbeiten und erzielte binnen drei Minuten den Ausgleich. Doch wie es immer wieder so ist, macht die Abwehr zu viele Fehler. Letztendlich kassierten wir den dritten Treffer der Heimmannschaft. Die Niederlage war besiegelt.

Die Stimmung war trotz des für uns nicht guten Spiels sehr gut. Von den Bremern hörte man fast nie was. Erst nach dem 2:0 und dem Endgültigen 3:2 waren sie zu hören. Klarer Fall von »Only sing when you are winning«, was ganz schön arm ist.

Während des Spiels zündete irgendein Vollspacken mitten im Block einen Knallkörper. Die Reaktion aus dem Block folgte sofort. Jojo gab per Megafon zu verstehen das dies nicht erwünscht ist. Erst schallte es »Auf die Fresse« aus dem Block für die Aktion, danach die Ächtung der Person mit »Wird sind Hamburger und du nicht«, was mal lobend erwähnt werden muss. Die Dinger haben einen Fan letztes Jahr schwere Verletzungen zugefügt. Immerhin ist es Sprengstoff und kann ganze Gliedmaßen abtrennen.

Zu den Pyros die direkt eine Reihe vor mir gezündet wurden:
Ja, die Dinger sehen toll aus, aber sie sind verboten! Und das nicht wegen ungefähr. Bei dem zweiten Einsatz eines Pyros wäre beinahe mein Schal und mein Pullover in Flammen aufgegangen, wenn ich nicht so blitzschnell die beiden Dinger vom Geländer gezerrt hätte. Mein Schal hat dennoch gekokelt. Herzliche Dank!

Die Abreise:

Aus dem Stadion hinaus, standen immer noch Brähmer rum und glotzen blöd. Es gab Absperrgitter, die direkt zum Deich führten. Allerdings nicht zur Treppe, sondern schön zum Deich. Während die Cops von oben drückten ergab sich aufs Neue eine Gefahrensituation. Wären oben welch umgefallen wären vermutlich auch die Leute dahinter auch umgefallen. Wer wäre dann der nächste gewesen, der reanimiert hätte werden müssen?

Statt die Fans die Treppe benutzen zu lassen, mussten alle auf dem schrägen Deich stehen und warten. Dabei wurde es doch gerade erst beim letzten Mal bemängelt das es so ablief. Allerdings erinnern die behelmten Befehlsausführer irgendwie an die Klonkrieger von Star Wars.

Klonkrieger oder Polizei? Enscheide selbst!

Im Bahnhof durfte man dann nicht zu essen oder zu trinken kaufen. Der Getränkeautomat im Zug war nicht zugänglich, weil man die Brähmer in dem Waggon einquartiert hatte und die Durchgangstür kurzerhand absperrte. Es gab also auch nichts im Zug zu trinken. Aber macht ja nix wenn man sechs Stunden nichts zu trinken hat. Jedes Schlachtschwein hat beim Transport zum Schlachthof mehr Rechte als ein Fußballfan. Gehe zum Fußball und Du bist entrechtet! Acht Cola Acht Bier!

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  • By Max, Sonntag, 26. September 2010 @ 14:38

    Dass die Blocksperre dumm abgewickelt wurde, sehe ich genauso. Meiner Meinung nach kann man aber genauso gut den anderen Fans einen Vorwurf machen, die es nicht hinbekommen haben, sich einfach mal 30 Minuten hinzusetzen und zu chillen. Ich meine was bringt diese Drängelei? Es passiert echt erschreckend oft, dass sich unsere Fans gegenseitig verletzen…

  • By Johannes Bade, Sonntag, 26. September 2010 @ 14:59

    Und wer wusste alles von der Blocksperre? Von einer Durchsage konnte man nicht viel mitbekommen, da das Soundsystem in Bremen unter aller sau ist. Dazu noch das es in einem Fußballstadion allgemein laut ist, ist das ganz schön schwach, das man die Durchsagen wenig bis gar nicht versteht. Und nicht jeder liest das was auf der Webseite vom SC steht.

    Wir sind 30 Minuten nach abpfiff richtung Treppe und wurden von oben immer weiter runtergedrückt. Da kannste garnichts gegen machen. Also jetzt den Fans schuld zu geben, ist ethisch und moralisch fraglich. Die Polizei Bremen hat wieder einmal aufs neue Bewiesen das sie dumm wie Stroh ist. Und egal welche Wappen die Knüppelarmee auf dem Ärmel hat, das Kommando hatte die Polizei Bremen.

  • By Martin Barmbek, Sonntag, 26. September 2010 @ 22:09

    Natürlich kamen die Bremer nicht rüber. Der Auswärtssupport ist unter dem Dach, während die Heimfans im Regen stehen. Da würde sogar Greuther Fürth derzeit mehr Lärm machen, als die Bremer.

Andere Seiten die diesen Artikel verlinken:

  1. Gipfeltreffen des Mittelmaßes | HSV Fanblock — Sonntag, 26. September 2010 @ 15:49

  2. Gipfeltreffen des Mittelmaßes « Mein HSV-Blog: täglich grüßt das Murmeltier — Sonntag, 26. September 2010 @ 15:55

  3. Aufbaugegner Nord gegen Polizeistaat Brähm — Freitag, 22. Oktober 2010 @ 04:24

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