Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken

Nun hatte ich ein paar Wochen keine Zeit zu schreiben. Zu viel Papierkram der erledigt werden musste. Und noch immer bin ich nicht fertig. Aber ich hab mal wieder Zeit ein paar Zeilen für euch zu schreiben. Aber es ist wieder mal nichts Schönes, was ich schreiben kann. Würde zwar gerne was Schönes schreiben,  aber der Blick auf die Tabelle erlaubt es nicht.

An manchen Tagen denke ich der Trainer hat den Spielern gesagt, sie sollen aufpassen dass ihr Trikot nicht schmutzig wird. Es ist keine Leidenschaft zu sehen, kein Siegeswillen oder auch nur annähernd Einsatzbereitschaft. Es ist auch keine wirkliche Mannschaft zu sehen. Jeder verlässt sich auf andere ohne selber für andere einzuspringen. Und dann bemühe ich doch glatt mal das Zitat von Fritz Walter, das diesen Spieltag groß thematisiert wurde:

»Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille alles für den anderen zu geben.«

Ja, diesen Schlüssel scheint man noch nicht gefunden zu haben. Und offenbar ist man auch gar nicht erst auf der Suche nach diesem Schlüssel zum Erfolg. Gestern neigte ich darüber zu lachen, dass Schalke schon wieder verloren hat. Aber dann schaute ich auf die Tabelle, die kommenden Gegner und dachte nur so bei mir, dass wenn wir so weiter spielen Schalke schneller Gesellschaft leisten könnten als uns lieb ist.

Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken

Seit Wochen wird darüber diskutiert was nun los ist. Warum stimmt es beim HSV nicht mehr. Und ich sage der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Was ich damit sagen will ist ganz einfach. Ich muss lediglich die Zeit um viele Monate zurückdrehen. WEIT zurückdrehen…

Christian Reichert hatte nach Saisonende 2008 seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Grund dafür waren unüberwindbare Differenzen mit Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann. Es folgte Huub Stevens der zu seiner schwer kranken Frau zurück wollte und den Vertrag unter dem Vorwand erfolgreich auflösen konnte. Kein halbes Jahr später fand man ihn in Salzburg wieder. Ein Indiz dafür, dass er nur einen Weg gesucht hat schnell beim HSV auszusteigen. Nächster Halt Amsterdam: Dort sitzt mit Martin Jol nämlich der dritte Flüchtige, der von heut auf morgen den Verein verließ. Angeblich sei es mit Vorstandsvorstand Bernd Hoffmann zu Diskrepanzen gekommen über die zukünftige Aufstellung der Mannschaft.

Dann folgte der große Knall, als Dietmar Beiersdorfer sich an den Aufsichtsrat des Hamburger Sport-Vereins wendete, mit der Bitte den Vorstandsvorsitzenden zu verdeutlichen wer welche Kompetenzen hat. Da der Aufsichtsrat aber nicht genug Eier in der Hose hatte, hat man lieber Beiersdorfer gehen lassen, als Bernd Hoffmann einfach mal in die Schranken zu weisen. Sicherlich war auch nicht alles was Dietmar Beiersdorfer gemacht hat richtig. Das erwartet aber sicher auch keiner, denn Fehler sind eine menschliche Eigenart. Heute sitzt Dietmar Beiersdorfer – Oh Wunder – neben Huub Stevens bei Red Bull Salzburg.

Dann übernahm Hoffmann das Ruder ganz. Es wurden Granaten wie Rozehnal, Berg, Elia, Tavares, Gravgaard, Ndjeng und Streit verpflichtet. Einzig Elia ist noch davon hier der schon seit Monaten keine Leistung mehr zeigt. Und als in der letzten Saison dann ohne Sportchef erst mal Bruno Labbadia aus einem Vertrag gekauft wurde der eh vor der Auflösung stand, begann die Talfahrt, die sich offenbar bis heute fortsetzt.

Labbadia wurde wie wir alle wissen kurz vor Saisonende mit einer tollen Abfindung entlassen. Viel zu spät übrigens, denn das Kind war ja nicht nur in den Brunnen gefallen, es ist regelrecht im Brunnen ertrunken. Dann begab man sich – nach wie vor ohne Sportchef – auf die Suche nach einem neuen Trainer. Das dauerte dann wieder einmal viel zu lange. Und dann zauberte Bernd Hoffmann zusammen mit dem Aufsichtsrat das Duo Veh und Reinhardt aus dem Hut. Veh der mit Stuttgart 2007 ja Meister wurde, sollte fortan die Geschicke der Mannschaft leiten, während Reinhardt vom »Praktikanten« zum Sportchef befördert wurde. Genau das was Bernd Hoffmann braucht: Menschen die sich nicht trauen ihm zu Widersprechen…

Es kamen dann Spieler – welche vom Investor Kühne finanziert wurden – wie Kacar, Westermann und Diekmeier. Während Kacar bisher eigentlich anschauliche Leistungen zeigt, sitzt der 5,5 Mio-Transfer nur auf der Bank. Diekmeier dem ich eine gute Zeit beim HSV vorhersage wenn er wieder Gesund ist, hat sich leider Verletzt bevor die Saison richtig angefangen hat. Und Westermann, brauch ich wohl kein Wort drüber zu verlieren. Und der soll Mannschaftskapitän sein. Ja, er der nur negativ auf dem Platz auffällt und gerade mal neu in der Mannschaft ist.

Disziplin fehlt

Veh hingegen hat jedes Spiel eine neue Aufstellung. Zé Roberto durfte schon den Außenverteidiger mimen wie es andere Mittfeldspieler schon durften. Spieler die anderweitig negativ auffallen werden begnadigt und kommen ohne Strafe davon. Ein Signal an die anderen Spieler, das man eigentlich machen kann was man will, der Trainer verhängt eh keine Strafe. Und das ist wohl der springende Punkt der die Spieler zu Lustlosen Gruselkicks animiert, die uns die Nackenhaare abstehen lassen.

Letztendlich, sagen einige, steht doch die Mannschaft auf dem Platz die da Tore machen und das Spiel gewinnen sollen. Das stimmt schon, aber auch wenn die alle ein millionenschweres Konto haben, sind es Menschen wie Du und ich. Und wenn der Chef einem freie Hand lässt, für schlechte Leistung keine Strafen folgen, dann probiert jeder mit einem weniger guten Charakter sich mit wenig Leistung durchzumogeln. So machen es jetzt auch die Spieler, weil der Trainer keinen der Spieler mal zu den Amateuren abschiebt für paar Monate.

Und wer hat das alles verbockt? Bernd Hoffmann hat doch letzte Saison noch die große Ankündigung gemacht es würde eine Charakterfrage gestellt werden. Passiert ist aber wenig oder besser gesagt gar nichts.

Bundesliga Mittelfeld und Pokalaus

Fakt ist das wir im Mittelfeld der Liga rumdümpeln, im Pokal mal wieder in der zweiten Runde raus und die kommenden Gegner sind offensiv nicht zu unterschätzen. Spielen wir so weiter wie bisher, dann können wir uns mal nach unten orientieren statt von Champions League und Meisterschaft zu reden.

Ich hab ehrlich gesagt die Schnauze gestrichen voll immer wieder ausreden zu hören warum wir die gesteckten Saisonziele nicht oder nur mit ach und krach erreichen. Doppelbelastung, Verletzungen, englische Wochen und und und… ES REICHT!

Entweder wir machen jetzt mal den radikalen Umbruch oder wir werden wie Schalke immer nur Geld verbrennen und nichts Zählbares heraus bekommen. Deswegen neuer Aufsichtsrat, neuer Vorstandsvorsitzender, neuen Trainer, charakterlose Spieler verkaufen und junge hungrige Spieler verpflichten die noch was erreichen wollen.

Anders wird das meiner Meinung nach nichts mehr.

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4 Kommentare

  • By bernd, Sonntag, 31. Oktober 2010 @ 18:02

    Selten so einen undifferenzierten und polemischen Artikel gelesen. Ganz schwach.

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  • By luke, Sonntag, 31. Oktober 2010 @ 18:52

    schicke revolutionstheorie hast du da^^
    trainer raus nach dem 10 spieltag??
    veh ist ne arme sau…was soll er denn mit dem haufen (“mannschaft”) auch groß anstellen

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