Doppelmoral ist nicht der richtige Weg

Es gibt Tage, da freue ich mich wieder über meinen HSV zu schreiben. Diese Tage jedoch freue ich mich nicht. Denn in ganz Deutschland ist unser HSV in aller Munde. Weil einige Idioten durchdrehen, steht nun in jeder Zeitung das es HSV-Hooligans waren. Was der Begriff Hooligan aber aussagt ist oft der Presse nicht bewusst. So scheint es zumindest, wenn man die reißerisch geschriebenen Artikel auf der Webseite der Morgenpost und BILD liest.

Wieder einmal sorgen einige Spinner, von denen wohl nur ein Bruchteil dem HSV zugeordnet werden konnten, das der HSV in einem schlechten Licht dasteht. Und die Presse tut ihr übriges dazu, dass ein Bild entsteht das nur der HSV unter den gewaltbereiten Anhängern leidet. Nein ich sage hier bewusst nicht, dass es sich um Fans handelt. Fans schaden ihrem Verein nicht.

Den Vorfall vom vergangenen Wochenende verurteile ich zutiefst. Das hat nichts mehr mit Sport zu tun. Und wie so oft sind es wenige die der Masse an normalen HSV-Fans gehörigen Schaden zufügen. Sie gehören bestraft, keine Frage. Aber was die Medien aus dem Vorfall machen geht gar nicht.

Die Stadt wird gerade in zwei Lager geteilt. HSV ist ganz böse mit Hooligans und Schlägertrupps. St. Pauli ist der liebe Verein, der sowas gar nicht hat. Und dies wird dann noch vom Ex-Präsidenten Corny Littmann im Hamburg Journal des NDR geschürt in dem er sagt: »Solche Probleme gibt es bei Pauli nicht«

Nein, Herr Littmann? Wirklich nicht? Dann frage ich mich, warum Sie Herr Littmann, sich am 29. Juli 2003 bei unserem Verein entschuldigt haben? Oder warum Sie sich am 3. November 2009 bei Hansa Rostock entschuldigt haben?

Besonders, und schon zum wiederholten Male, fällt mir ein Kommentar von Mike Glindmeier ins Auge. Er kritisiert zu Recht den Vorfall, keine Frage. Aber wieso schreibt er immer nur negativ über den HSV. Denn auch seine Gefolgsleute sind nicht gerade Lammfromm. Er holt einen weiteren Fall nach vorne, vergisst aber ganz und gar seinen Verein und die gewaltbereiten Anhänger. Nur mal ein kleiner Auszug:

  • St. Pauli-Fans werfen Flaschen und Feuerwerkskörper auf Hansa-FansWie die Polizei in Rostock weiter mitteilte, war es bereits kurz nach der Ankunft der St. Pauli-Fans gegen 18.15 Uhr auf dem Weg ins Stadion zu den ersten Ausschreitungen gekommen. Einige sogenannte Fans des FC St. Paulis hatten trotz eines Großaufgebotes der Polizei mit rund 1500 Einsatzkräften Flaschen und Feuerwerkskörper auf Anhänger von Hansa Rostock geworfen. (03.11.2009)Quelle
  • Während des Spiels – unter den 28 000 Zuschauern waren 6500 Gäste und rund 220 echte Hooligans aus beiden Lagern – herrschte nach Einschätzung von Polizeisprecher Peter Reichl „eine äußerst aggressive Stimmung“, die darin gipfelte, dass die St-Pauli-Fans mit hohen Gittern am Verlassen ihres Blocks gehindert werden mussten. Die Ordner kassierten acht Messer. (02.03.09)Quelle
  • Trotz Sieg ausgerastet: Vier volltrunkene Fans des FC St. Pauli haben am Samstagabend auf der Bertoldstraße zwei Jungs niedergeschlagen und ausgeraubt. Anschließend randalierten sie noch auf der Polizeiwache. (29.09.2010) Quelle

Ja Herr Glindmeier auch in ihrem Verein ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen! Und wie sagt man so schön: Bevor man andere kritisiert, sollte man erst einmal vor der eigenen Tür kehren!

Um das noch mal zu verdeutlichen:
Ich will den Vorfall mitnichten schön reden. Er ist und bleibt eine riesige Sauerei. Den Verletzten möchte ich an dieser Stelle meine aufrichtigen Genesungswünsche übermitteln. Gewalt hat beim Fußball nichts verloren. Der Kampf hat auf dem Rasen zwischen den Mannschaften um Punkte stattzufinden, nicht außerhalb des Stadions um die meisten gebrochenen Nasenbeine!

Fakt ist das dies eine hässliche und überflüssige Begleiterscheinung ist, die leider nicht nur im Fußball zu finden ist. Und jeder Fußballverein hat solche Idioten um sich herum. Nicht nur der HSV sondern auch St. Pauli, Werder Bremen, FC Bayern und auch all die anderen Vereine der Profiligen. Bei dem einen Verein mehr, beim anderen weniger. Nicht wie die Presse verdeutlicht das es nur bestimmte Vereine sind, denn das ist einfach nur reißerische Polemik, die sich besser verkaufen lässt als die ganze Wahrheit.

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