Schweigen ist Silber, reden ist Gold – Gegen Homophobie im Fußball

Jeder kennt es: Der schwule Schiri, der schwule Ball und der schwule Wiese! Das Wort schwul steht bei vielen Fußballfans als Synonym für blöd und schlecht. Doch das Wort selber was man dazu erkoren hat, bezeichnet Männer die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen.

Es gibt leider immer noch Menschen, die glauben das Homo- und Bisexualität eine heilbare Krankheit ist. Dieses Bild ist aber längst überholt. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat dies erkannt und hat Homo- und Bisexualität vor 17 Jahren aus ihrem Diagnoseschlüssel gestrichen.

Internationaler Tag gegen Homophobie

Homophobie ist schwul!

Aber noch immer sitzt in vielen Menschen fest, dass man Homo- und Bisexuelle therapieren kann. Und das von den Medien geprägte Bild sitzt bis heute immer noch in vielen Köpfen:

Schwule Männer tragen gerne Frauenkleider, schminken sich und sind schwach. Und echten Männersport machen schwule auch nicht. Kein Fußball, kein American Football und auch kein Eishockey. Denn schwule Männer sind doch eher feminin und tuntig.

Nein, das stimmt nicht. Es sind Klischees die vom Fernsehen und der Zeitung geprägt wurden. Das Leben der Homosexuellen ist genauso vielfältig, wie das der Heterosexuellen. Der einzige Unterschied ist, das Schwule die feminin wirken schneller auffallen, als der schwule Maurer.

Es gibt viele Fußballfans die schwul oder bisexuell sind. Sie sind unter uns und das ist auch gut so. Es gibt sogar schwule Männer die selbst aktiv Fußball spielen. Und auch wenn man es nicht glauben mag, selbst in der Bundesliga gibt es schwule Fußballspieler. Aber sie verstecken sich. Nicht aus Scham oder Schüchternheit, sondern aus Angst verbal und körperlich angegriffen zu werden. Das muss endlich aufhören, dass sich Menschen aufgrund ihrer Neigungen verstecken müssen.

Darum der Apell zum internationalen Tag gegen Homophobie: Schweigen ist Silber, reden ist Gold!

Seid tolerant und akzeptiert andere Lebens- und Denkweisen. Hört auf Dinge als Schwul zu betiteln, denn es ist für Schwule verletzend! Ja vielleicht ist der Kempter schwul! Vielleicht ist ein Spieler beim HSV schwul! Vielleicht ist auch einer Deiner besten Freunde schwul, und Du weißt es nicht! Vielleicht ist auch nur der Typ der immer im Stadion neben Dir steht oder sitzt schwul! Na und?

Was andere zu Hause sexuell treiben ist völlig irrelevant. Wir Menschen sind halt auch sexuelle Wesen. Und nur sehr wenige reden darüber, wie sie neulich mit dem/der Freund/in…

Natürlich gibt es jetzt diese Personen, die jetzt berechtigt die Frage stellen: Warum wird das denn thematisiert?

Es wird thematisiert in dem Moment wo man zu Tim Wiese ruft, dass er schwul ist. Oder der Schiri oder der Gegenspieler der sich vor Schmerz den Knöchel hält. Dann ist es den Fans im Stadion offensichtlich nicht egal. Wenn es irgendwann egal ist ob der Nebenmann, Der Schiedsrichter oder der Spieler Sex mit Frauen, Männern oder beiden hat, dann erst wird es nicht mehr thematisiert. Da müssen wir hinkommen, das die Sexualität und die sexuelle Identität nicht mehr von Belang ist. Und der erste Schritt in diese Richtung tust auch DU als heterosexueller Fan dann, wenn Du Deinen Nebenmann sagst, dass es doch egal ist, ob der Schiedsrichter schwul ist. Oder das die Wurst vielleicht trocken und fad ist, aber nicht schwul. Auch DU kannst helfen das Diskriminierung im Stadion abnimmt. Drum höre auf zu schweigen, und helfe dabei unser Stadion zu einem Stadion für alle Fans zu machen. Egal ob schwarze oder weiße Hautfarbe, ob Christ oder Jude, ob Mann oder Frau, ob hetero-, bi- oder Homosexuell!

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4 Kommentare

  • By Mathias, Montag, 17. Mai 2010 @ 14:23

    Moin zusammen,

    echt guter Text mit sehr viel Wahrheit verpackt. Klar ich erwische mich auch oft im Stadion oder so einfach dabei wo ich fluche und sage “schwule s******” etc. Ja es ist echt traurig, dass sich Leute die nicht dem “normalen” entsprechen in unserer ja doch so tollen Gesellschaft verstecken müssen.

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  • By Moe, Montag, 17. Mai 2010 @ 14:41

    Ich bin gespannt wann sich der erste outet. Und auf die Reaktionen genauso…

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  • By Lars, Montag, 17. Mai 2010 @ 19:05

    Getrennt in der Farbe,
    aber außerhalb des Stadions auf einer Linie.

    Grüße von der Weser
    Lars

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  1. Tweets die Rautensicht - Joeys HSV-Blog » Schweigen ist Silber, reden ist Gold – Gegen Homophobie im Fußball erwähnt -- Topsy.com — Montag, 17. Mai 2010 @ 14:09

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